Hintergrundinformationen

 

Martin Faustmann

Martin Faustmann, geboren am 19. Februar 1822 in Gießen, studierte an der Universität Gießen bei Carl Justus Heyer Forstwissenschaft. Die spezielle Staatsprüfung als Oberförster und die Allgemeine Staatsprüfung legte er 1846 und 1848 mit besten Noten ab. Etwa ab 1846 wirkte er bei der Herausgabe der Allgemeinen Forst- und Jagd-Zeitung (AFJZ) mit, die damals schon ein angesehenes wissenschaftliches Publikationsorgan war. In der AFJZ erschien 1849 Faustmanns berühmte Veröffentlichung mit dem Titel „Berechnung des Werthes, welchen Waldboden, sowie noch nicht haubare Holzbestände für die Waldwirthschaft besitzen"“.

Im Jahr 1857 wurde er als Forstbeamter in den Dienst des Großherzogtums Hessen-Darmstadt mit Dienst- und Wohnsitz in Babenhausen nahe Darmstadt eingestellt. Als angesehener Bürger starb er dort 1876 im Alter von 54 Jahren.

 

 

Erinnerungstafel an Martin Faustmann im Staatswald Harreshausen.
(Schäfer (2000): Martin Faustmann- Ein Leben für den Forst)


Neben der Beschäftigung mit forstökonomischen Fragen entwickelte Martin Faustmann auch einen recht praktischen Baumhöhenmesser, genannt Spiegelhypsometer, den er 1856 in der AFJZ vorstellte. Auf der unteren Abbildung ist rechts der ausgeklappte Spiegel erkennbar, über den die Baumhöhe abgelesen werden kann.


Spiegel-Hypsometer in Arbeitsstellung.
(Schäfer (2000): Martin Faustmann- Ein Leben für den Forst)






Die Faustmann-Formel

In der berühmt gewordenen Veröffentlichung aus dem Jahr 1849 hat Faustmann die Überlegungen zur Bewertung eines Waldbodens in einem formelmäßigen Kalkül zusammengefaßt, der als Faustmann-Formel oder Bodenertragswertformel bekannt geworden ist und weite Verbreitung gefunden hat. Der Name Faustmann ist dadurch weltbekannt geworden.

Die berühmte Faustmann-Formel.
(Schäfer (2000): Martin Faustmann- Ein Leben für den Forst)


Die zweifellos große intellektuelle Leistung Martin Faustmanns soll hier natürlich nicht geschmälert werden, aber es muß angemerkt werden, daß die dem Faustmann-Kalkül zugrundeliegende Überlegung sich auch schon in Schriften von König aus den Jahren 1813 und 1835 findet. Dort ist sie jeweils an einem Beispiel dargelegt. Zudem kommt vor allem Pressler das Verdienst zu, eine einfache Lösung für die umstrittene Frage der Optimierung der Umtriebszeit auf der Basis des Faustmann-Kalküls vorgeschlagen zu haben. Diese wissenschaftlichen Leistungen markieren einen der bedeutendsten Orientierungspunkte der Forstökonomie.






Das Faustmann-Symposium

Zum 150. Jahrestag der Formel 1999 wurde im Jagdschloss Kranichstein bei Darmstadt mit großem Erfolg das erste internationale Faustmann-Symposium durchgeführt. Die zweite Konferenz fand vom 20. bis 22. April 2005 in Baton Rouge, Louisana statt. Zum 10jährigen Jubiläum der ersten Konferenz findet nun das dritte internationale Faustmann-Symposium statt.

Eine Liste der Beiträge der ersten Konferenz finden Sie hier (3,5 MB).

Das erste Faustmann-Symposium 1999.
(Chang (1999): Proceedings of the International Symposium 150 Years of the Faustmann Formula: Its Consequences for Forestry and Economics in the Past, Present and Future)

 

2009 Lehrstuhl fr
Forstliche Wirtschaftslehre
TU Mnchen